Anas Kahal
Anas Kahal (*1985 in Damaskus, Syrien) ist ein Videokünstler, der heute in Freiburg im Breisgau lebt und arbeitet. Nach einem Bachelorstudium der Bildenden Kunst in Damaskus setzte er seine Ausbildung an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe fort, wo er sein Diplom erwarb und anschließend Meisterschüler war.
Kahals künstlerische Praxis konzentriert sich vor allem auf Video- und Medieninstallationen, in denen er häufig mit Found Footage arbeitet – also mit bereits existierendem Bild- und Videomaterial aus dem Internet oder aus sozialen Medien. Dieses Material montiert und verfremdet er zu vielschichtigen Bildräumen, die oft durch Projektionen, mehrere Bildkanäle und räumliche Installationen ergänzt werden.
Inhaltlich beschäftigt sich der Künstler mit Themen wie Krieg, Flucht, Migration und medialer Wahrnehmung von Konflikten. Viele seiner Arbeiten beziehen sich auf den Syrienkrieg und reflektieren die Flut von Bildern und Videos, die während des Konflikts weltweit verbreitet wurden. Dabei untersucht Kahal, wie diese Bilder unsere Wahrnehmung von Realität formen und emotional beeinflussen.
Ein Beispiel ist die Videoinstallation Masked Faces (2024), in der er frühe YouTube-Videos syrischer bewaffneter Gruppen verwendet und stark vergrößerte Ausschnitte ohne Ton zeigt. Durch diese Reduktion richtet sich die Aufmerksamkeit auf Körpersprache und Gruppendynamik der Beteiligten.
Für seine Arbeiten erhielt Kahal mehrere Auszeichnungen, darunter 2025 den Kalinowski-Preis sowie zuvor den Kunstpreis der Technologie Region Karlsruhe. Seine Werke wurden in Ausstellungen und im öffentlichen Raum in Deutschland und international gezeigt.










